Ich lese gerade... Jacques Berndorf - Eifel-Gold

Ich bin mal wieder ein paar Seiten weiter gekommen. Mittlerweile gibt es auch einen Mord, bislang ging es ja "nur" um einen schweren Raub. Allerdings noch kein Hauch einer Spur bzgl. der Täter.

Eine Szene, die eigentlich nichts mit der Handlung an sich zu tun hat, hat mich etwas nachdenklich zurück gelassen: Siggi Baumeister verspricht einem Freund ab und zu nach dessen geistig verwirrten Mutter zu schauen. Die Frau - genannt Wittwe Bolte - behauptet, ihr erscheine die Jungfrau Maria; außerdem betet sie regelmäßig zu diversen Heiligen. Eines Abends glaubt sie, Maria erscheine ihr hinter einem Schuppen in ihrem Garten. In Wirklichkeit arbeitet dort allerdings jemand mit einem Schweißgerät und erzuegte damit die Funken und Blitze, die die Wittwe Bolte für die Marienerscheinung hält. Siggi bringt die Wittwe Bolte, die zudem nur leicht bekleidet ist, wieder in ihr Haus zurück. Dort angekommen, schlägt die Verwirrung bei ihr mal wieder stark durch und die betagte Dame erkennt plötzlich Siggi nicht mehr als der, der er ist und glaubt ihren Vater vor sich zu haben. Ihre Augen verklären sich und sie bittet Siggi, er möge ihr doch eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen, das könne er doch so gut. Siggi setzt sich an ihr Bett, fängt an zu erzählen und die Alte schläft selig und mit einem friedlichen Gesichtsausdruck ein.

Mich machte diese Episode nachdenklich. Momentan ist es noch so, dass mein Sohnemann in meinen Armen friedlich des Abends dahin schlummert. Wird er auch mal an meinem Bett sitzen und ich bitte ihn, in die Kindheit zurückversetzt, um einen Gute-Nacht-Geschichte???

25.1.07 18:53

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